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Kamille

Begriff Definition
Kamille

Was ist Kamille?

Die Echte Kamille (lateinischer Name: Matricaria chamomilla L.), ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie sieht anderen Kamillenarten, etwa der Hundskamille, sehr ähnlich, zeichnet sich jedoch durch ihren charakteristischen, leicht an Apfel erinnernden Duft aus. Die einjährige krautige Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 15 bis 50 cm. Die aufrechten Stängel verzweigen sich im oberen Teil stark und tragen zwei- bis dreifach fiederteilige, grüne Laubblätter. Zwischen Mai und August trägt die Kamille kleine, gelbe Röhrenblüten mit weißen Blütenblättern. Aus den getrockneten Blüten wird der Kamillentee hergestellt.

Woher stammt die Kamille?

Die Echte Kamille stammt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa sowie aus Vorderasien. Heute ist sie in ganz Europa verbreitet. Weiterhin wächst sie in Nord- und Südamerika und in Australien. Als Wildpflanze ist sie auf Äckern und auf Ödland zu finden und gedeiht bis in Höhenstufen von rund 1.300 Meter. Sie bevorzugt nährstoffreiche, humose Lehm- und Tonböden.

Wie schmeckt Kamillentee?

Der aus den Kamillenblüten zubereitete Tee weist ein eigentümliches, unverwechselbares Aroma auf. Bei kurzer Ziehzeit schmeckt er sehr mild. Lassen Sie die Blüten länger ziehen, entwickelt der Tee ein kräftigeres, herbes Aroma. Als koffeinfreies Getränk kann Kamillentee zu jeder Tageszeit genossen werden und eignet sich selbst für Kinder und Säuglinge. Viele Menschen schätzen heißen Kamillentee als entspannendes Getränk am Abend. An warmen Tagen ist er auch gekühlt als Erfrischungsgetränk beliebt.

Kamille in der Naturheilkunde

Die Echte Kamille ist eine bereits seit vielen Jahrhunderten bekannte Heilpflanze. Kamillenblüten enthalten ätherisches Öl und sogenannte Flavonoide, wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe. Das ätherische Öl kann mittels Wasserdampfdestillation aus den Pflanzenteilen herausgefiltert werden. Dabei entsteht die Substanz Chamazulen, die dem Öl eine tiefblaue Farbe verleiht. Kamillentee weist dagegen eine blass goldgelbe Farbe auf. Er wirkt antibakteriell, antientzündlich und krampflösend. In der Naturheilkunde wird Kamillentee daher zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit gereicht. Seine krampflösende Wirkung lindert Menstruationsbeschwerden. Bei Erkältungssymptomen können Kamillendämpfe inhaliert werden. Bei gereiztem Hals oder Entzündungen im Mund-Rachen-Raum wird Kamillentee als Gurgellösung verwendet. Umschläge und Sitzbäder mit Kamillenlösung beruhigen entzündete Haut. Dank seiner entspannenden Eigenschaften wird Kamillentee zudem bei Schlaflosigkeit gereicht.

Vorsicht sollten Menschen walten lassen, die auf Korbblütler allergisch reagieren. Allergien auf die Echte Kamille treten zwar nur sehr selten auf, Verunreinigungen mit anderen Kamillenarten können jedoch zu allergischen Reaktionen führen.

Kamillentee zubereiten

Hochwertiger Kamillentee besteht vorrangig aus den getrockneten Blüten und enthält nur einen kleinen Anteil von Blättern und Samen. Zur Zubereitung übergießen Sie acht Teelöffel der Blüten mit einem Liter heißem Wasser auf. Dadurch setzen die Kamillenblüten ihre wertvollen Inhaltsstoffe frei. Den Tee lassen Sie für acht bis zehn Minuten ziehen. Je feiner die Teemischung ist, umso kürzer ist die Ziehzeit. Enthält der Tee noch ganze Blüten, braucht er einige Minuten länger, um das volle Aroma zu entfalten.

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